Kommunale Wärmeplanung

Strategische Weichenstellung für eine nachhaltige Energiezukunft

Die Gemeinde Waigolshausen stellt sich der Verantwortung für den Klimaschutz und die Zukunftssicherheit unserer Energieversorgung: Nach den Bestimmungen des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) sind wir gesetzlich zur Durchführung einer kommunalen Wärmeplanung verpflichtet.

Bei diesem Verfahren handelt es sich um ein strategisches Planungsinstrument, welches der langfristigen Umstellung von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien dient. Um die entstehenden Kosten für unsere Bürger und die Gemeindekasse so gering wie möglich zu halten, hat die Gemeinde erfolgreich an der sogenannten ZUG-Förderung teilgenommen. Dadurch wird die Erstellung des Plans weitestgehend finanziell abgefedert.

Mit der Erarbeitung der Wärmeplanung wurde das Institut für Energietechnik IFE GmbH aus Amberg beauftragt. Der gesetzliche Ablauf nach § 13 WPG umfasst eine Eignungsprüfung, eine Bestandsanalyse sowie eine Potenzialanalyse, auf deren Basis ein spezifisches Zielszenario und konkrete Umsetzungsmaßnahmen entwickelt wurden.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

  • Guter Startwert: Die Bestandsanalyse zeigt, dass der Anteil erneuerbarer Energien im Gemeindegebiet derzeit bereits bei 25 % liegt. Damit übertrifft Waigolshausen den aktuellen Bundesdurchschnitt. Dennoch sind fossile Energieträger im Bestand nach wie vor dominant.

  • Fokus auf dezentrale Versorgung: Ein zentrales Wärmenetz (Fernwärme) setzt voraus, dass sich mindestens 16 Gebäude zusammenschließen. Da sich in Waigolshausen hierfür keine geeigneten, dicht bebauten Quartiere oder Straßenzüge identifizieren ließen, wird das Gemeindegebiet fast vollständig als dezentral versorgtes Gebiet eingestuft.

  • Großes Potenzial durch Gebäudesanierung & Geothermie: Der wesentliche Hebel zur Wärmewende liegt in der Energieeinsparung durch konsequente Gebäudesanierungen. Zudem ist die Nutzung oberflächennaher Geothermie im gesamten Gemeindegebiet weitestgehend möglich (im konkreten Fall ist eine individuelle Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt erforderlich).

  • Zukunftschance „Grünes Gas“: Unsere vorhandenen Gasleitungen sind technisch in der Lage, grünes Gas (wie Biomethan) zu transportieren. Bis Ende 2027 ist in der Nähe von Waigolshausen die Inbetriebnahme einer Biomethananlage geplant. Dies bietet eine attraktive Option für Gebäude mit bestehendem Gasanschluss. Wichtig zu wissen: Ein Ausbau des Gasnetzes wird voraussichtlich nicht stattfinden und das Netz kann mittel- bis langfristig entweder nur mit Erdgas oder nur mit grünem Gas betrieben werden.

Was bedeutet das für Sie als Eigentümer?

Wichtig zu wissen: Aus dem kommunalen Wärmeplan selbst erwächst keine unmittelbare rechtliche Verpflichtung für private Hausbauer oder Eigentümer. Entsprechende Pflichten ergeben sich ausschließlich aus dem bundesweit geltenden Gebäudeenergiegesetz (GEG).

Da Waigolshausen primär dezentral versorgt wird, empfehlen wir allen privaten Hauseigentümern dringend die Inanspruchnahme einer individuellen Gebäudeenergieberatung, um bestehende Fördermöglichkeiten optimal zu nutzen. Die Gemeinde wird diesen Prozess flankierend mit einer Informationskampagne unterstützen.

Kommunale Liegenschaften

Für die gemeindeeigenen Gebäude – namentlich die Schule und das Freizeitzentrum – wird vorgeschlagen, künftig auf eine Versorgung durch Grünes Gas zu setzen. Da die kommunale Wärmeplanung eine reine Quartiersbetrachtung vornimmt, werden die konkreten baulichen Maßnahmen an den Gebäuden im Rahmen separater Objektprüfungen geklärt.

Downloads & Transparenz

Gemäß den gesetzlichen Vorgaben des WPG veröffentlichen wir die Ergebnisse der Wärmeplanung im Sinne der Transparenz im Internet. Dies gibt der Öffentlichkeit sowie allen betroffenen Akteuren die Möglichkeit, den Prozess zu begleiten.